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Gesundes Wohnen - Lehm - Baustoff mit Zukunft

 Lehm - Ökologisch, Praktisch, Natürlich, Gesund

Lehm ist ein Gemisch aus Ton, Schluff (Feinstsand) und Sand, das Beimengen von größeren Gesteinspartikeln (Kies, Steine) sowie von organischem Material enthalten kann.

Der Ton, ein Verwitterungsprodukt aus der Gesteinsschicht unserer Erde, wirkt als Bindemittel, das die übrigen Partikel miteinander verbindet. Schluff und Sand sind somit nur Füllstoffe. Überwiegt der Tonanteil, spricht man von einem fetten Lehm. Überwiegt der Sandanteil, handelt es sich um einen mageren Lehm.

Neben dem Baustoff Holz ist Lehm der älteste Baustoff der Menschheit. Lehmbautechniken sind seit mehr als 9000 Jahren bekannt. Bis heute ist Lehm als Baustoff erhalten geblieben, so dass ca. 1/3 der Menschheit in Lehmhäusern wohnt. Viele auch hierzulande traditionelle Bauweisen basieren auf dem Lehmbau, der heute aufgrund seiner Umweltverträglichkeit und seiner baubiologischen Vorteile eine Renaissance erfährt.

Vor- und Nachteile des Baustoffes Lehm

• Lehm ist kein genormter Baustoff

Je nach Fundort differiert die Mischung, so dass die Lehmeigenschaften variieren können. Es ist also notwendig, seine Zusammensetzung zu kennen, um deren Eigenschaften beurteilen und gegebenenfalls durch Zusätze verändern zu können.

• Lehm schwindet beim Austrocknen

Durch die Verdunstung des Anmachwassers, das notwendig ist, um Lehm verarbeiten zu können und seine Bindekraft zu aktivieren, reduziert sich sein Volumen, es entstehen "Trocken-" bzw. "Schwindrisse". Das Schwinden kann jedoch durch Reduzierung des Wasser- sowie des Tonanteils und durch Optimierung der Kornzusammensetzung wesentlich verringert werden.

• Lehm ist nicht wasserfest

Lehm muss deshalb insbesondere im feuchten Zustand vor Regen und vor Frost geschützt werden. Schutzmassnahmen können durch konstruktive Baumassnahmen oder durch Oberflächenbehandlung erreicht werden. Sinnvollerweise wird Lehm in unseren Breiten nur im Innenbereich verwendet.

Diesen drei Nachteilen des Baustoffs Lehm stehen allerdings erhebliche Vorteile gegenber:

  • Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit

Damit wir uns in unseren Wohnräumen wohl fühlen, sollte die relative Luftfeuchtigkeit 40 % nicht unterschreiten und 70 % nicht übersteigen. Lehm ist in der Lage, schnell Luftfeuchtigkeit aufzunehmen und auch bei Bedarf, z.B. bei trockener Heizungsluft, wieder abzugeben. Er reguliert somit die relative Luftfeuchtigkeit, so dass sie sich zwischen 45 - 55 % einpendelt. Dieses Raumklima sorgt dafür, dass unsere Schleimhäute nicht austrocknen und die Feinstaubbildung reduziert wird. Lehm ist also ein natürlicher Luftfeuchtigkeits-Regulator und verhindert so auch die Schimmelbildung.

• Lehm speichert Wärme

Lehm speichert, ähnlich wie andere schwere Baustoffe Wärme und kann somit zur Verbesserung des Wohnklimas und bei passiver Sonnenenergienutzung zur Energieeinsparung beitragen. Die Wärme wird gleichmäßig und langsam wieder an die Umgebung abgegeben.

• Lehm spart Energie und verringert die Umweltverschmutzung

Lehm benötigt bei der Aufbereitung und Verarbeitung im Gegensatz zu anderen Baustoffen sehr wenig Energie und trägt somit kaum zur Umweltverschmutzung bei, er braucht nur etwa 1% der Energie, die für die Herstellung von Mauerziegeln oder Stahlbeton notwendig ist.

• Lehm ist stets wieder verwendbar

Der ungebrannte Lehm ist jederzeit und unbegrenzt wieder verwendbar. Trockener Lehm braucht nur zerkleinert und mit Wasser angefeuchtet zu werden und schon lässt er sich wieder verarbeiten. Lehm kann im Gegensatz zu anderen Baustoffen niemals als Bauschutt die Umwelt belasten.

• Lehm konserviert Holz

Bedingt durch die geringe Gleichgewichtsfeuchte von Lehm von 0,4 bis 6 Gewichtsprozenten. Je nach Tongehalt, Tonart und Feuchtegehalt der Luft) werden Holz und andere organische Stoffe, die von Lehm umgeben sind, entfeuchtet bzw. trockengehalten, so dass diese nicht von Pilzen oder Insekten befallen werden. (Holz hat eine Gleichgewichtsfeuchte von 8-12%. Tierische Schädlinge brauchen in der Regel eine Mindestfeuchte von 14 bis 18%, Pilze eine Feuchtigkeit von mehr als 20%. Insofern kann man von einer Konservierung durch Lehm sprechen.

• Lehm bindet Schadstoffe und absorbiert Gerüche

Das Lehm die Raumluft reinigt, wurde häufiger beschrieben. Dieses Phänomen beruht auf subjektiven Wahrnehmungen, die bisher noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen wurden. Das Lehm im Wasserdampf gelöste Schadstoffe aus der Luft absorbiert, ist dagegen belegbar. Die im Lehm enthaltenen Tonminerale sind in der Lage, Fremdstoffe und Schadstoffe zu binden. So wird auch oft davon gesprochen, dass der Lehm die Raumluft "reinigt". Diese reinigende Wirkung wird auch in der Heilpraxis (Heilerde) und bei der Abwasserreinigung genutzt.

• Lehm lädt sich nicht auf

Er ist elektrostatisch neutral. Lehmputze laden sich nicht auf und ziehen somit nicht unnötig Staub- und Schmutzpartikel an.

• Lehm schützt vor Elektrosmog

Lehm weist eine hohe Dichte auf, die nicht nur ein hervorragender Wärmespeicher ist. Durch diese Eigenschaft reduziert Lehm auch deutlich die Belastung durch Elektrosmog oder Funkstrahlung

• Lehmputz

Lehmputze schaffen durch ihre charakterstarke Ausstrahlung eine ganz besondere Atmosphäre in Wohnräumen. Lehmputze haben schöne und lebendig strukturierte Oberflächen. Sie sind offenporig und wirken angenehm warm. Lehmputze binden nicht chemisch ab, sondern erhalten ihre Festigkeit durch Trocknen.

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